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	<title>Captain's Orders</title>
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		<title>Weihnachtsdreck</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Dec 2008 00:24:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Noch drei Tage bis Weihnachten, wie jedes Jahr der übliche Dreck. LALALA, warum hast du dies nicht gemacht, warum das nicht, was willst du studieren, warum machst du das, warum bist du nicht öfter da, warum labern wir immer den gleichen Scheiß an Weihnachten an dich hin, obwohl du&#8217;s bis Silvester eh wieder vergessen hast, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=johnnyrocketfingers.wordpress.com&amp;blog=2110139&amp;post=9&amp;subd=johnnyrocketfingers&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch drei Tage bis Weihnachten, wie jedes Jahr der übliche Dreck. LALALA, warum hast du dies nicht gemacht, warum das nicht, was willst du studieren, warum machst du das, warum bist du nicht öfter da, warum labern wir immer den gleichen Scheiß an Weihnachten an dich hin, obwohl du&#8217;s bis Silvester eh wieder vergessen hast, warum trinkst du Alkohol, warum hast du immernoch keinen Job, warum bist du kein besserer Sohn, warum hast du dir diese Schuhe gekauft, warum trägst du solche Klamotten, warum sagst du immer solche Sachen, warum bist du nicht wie XY, warum rauchst du, warum fickst du keine Schafe, warum warum warum&#8230;LA DI DA</p>
<p>Ich hasse Weihnachten.</p>
<p>Immer die gleiche Sülze. Kaum ist man in seinem gepflegten Feiertagskater mit pikfeinem Penneroutfit zur Verwandschaft gekrochen, bekommt man wieder Schrott an den Kopf geworfen. Dieses Spektakel muss man dann ertragen, bis man endlich die Kohle, die einem purer Nächstnliebe geschenkt wird, in sein Portemonnaie sortiert. Eigentlich ist das auch der einzige Grund, sich an diesem Tag aus dem Bett zu schälen, nämlich Geld, das man sofort am Abend für Diverses auf den Kopf hauen kann. Ehrlich, ich kümmere mich keinen Furz um so Sachen wie den schönen Baum, der jedes Jahr gleich aussieht und den Braten, der wie jedes Jahr zu lange im Ofen war. Mein Festessen kommt erst nachts auf den Tisch. Alkohol, viel Alkohol, Drogen und Essen, das einen im Rausch irgendwie zusammenhält. Das ist mein Weihnachten, Hedonismus, Manie und Selbstzerstörung. Ahhh, wie ich den Suizid auf Raten liebe. Diese Seelenlosigkeit, diese bedeutungslosen Gesichter um mich, krude Schönheit des Rausches in der Gosse zwischen Selbsthass und der personifizierten Ironie. Yeah, Baby.</p>
<p>Wenn es da draußen wirklich so einen Bubi mit rotem Jackett und Hörnern gibt, Kumpel, lass deine Kräfte spielen und wir machen einen drauf. Meine Seele schenk ich dir zu Weihnachten, wenn du willst. Lass uns tanzen und ein paar Frauen mit in den Abgrund reißen, ich helfe dir, wie ich kann. Eine Party mit dem Teufel, das ist, was ich schon immer wollte, lieber Weihnachtsmann. Ich brauche schon lange keinen Messias mehr, ich habe mein Ticket für den Ritt zur Hölle schon gelöst. Und es ist eine einfache Fahrkarte.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/johnnyrocketfingers.wordpress.com/9/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=johnnyrocketfingers.wordpress.com&amp;blog=2110139&amp;post=9&amp;subd=johnnyrocketfingers&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Eine Geschichte, gegriffen aus dem Klo</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 22:29:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johnnyrocketfingers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Garten war hübsch hergerichtet. Das Blumenbeet schillerte in allen Farben, die die Natur hergab und das Gemüse wuchs schneller als jeder Tumor in meinen Zellen. Hier gab es Lauch, Kräuter und da Kürbisse so groß wie Fußbälle, junge Bäume, saftige Wiesen und eine mannshohe Sonnenblume. Und es gab mich. Versifft und verblüht, mit einer [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=johnnyrocketfingers.wordpress.com&amp;blog=2110139&amp;post=8&amp;subd=johnnyrocketfingers&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Garten war hübsch hergerichtet. Das Blumenbeet schillerte in allen Farben, die die Natur hergab und das Gemüse wuchs schneller als jeder Tumor in meinen Zellen. Hier gab es Lauch, Kräuter und da Kürbisse so groß wie Fußbälle, junge Bäume, saftige Wiesen und eine mannshohe Sonnenblume. Und es gab mich. Versifft und verblüht, mit einer Sechserpackung Bier in der Hand. Ich saß auf schwedischem Gartenmobiliar, während ich biertrinkend auf den Abend wartete, in zweifelnder Hoffnung, er würde eine Veränderung in der Tasche haben und sie mir mit Knicks und Service-Grinsen auf einem Silbertablett überreichen. Aber das würde nicht passieren, nicht bei meinem Glück.<br />
Mir wurde draußen langweilig und die Sonnenblume zu verfluchen, wie sie da stand in ihrer Größe und ihrer pissgelben Farbe und mit ihrem überheblichen Blumengesicht, wie sie ihren gottverfluchten Körper in die Sonne hielt, das machte nichtmehr so viel Freude wie früher. Ich ging nach drinnen und legte mich lang. Das Bett war groß und kalt und schlafen würde ich ja sowieso nicht. Ich sah den Dingen um mich herum zu, wie sie langsam vor sich hin rotteten, wie überfahrene Igel auf Landstraßenteer in der Sonne.<br />
Ich wälzte herum, auf der Suche nach einer Stellung, in der ich liegen konnte. Nach einer Zeit bemerkte ich, wie ich auf dem Rücken liegend meine Beine zusammen hatte, die Arme auf der Brust zusammengelegt, wie in einem Sarg. Das einzige was zu dieser Lebendbestattung fehlte, waren verheulte Gesichter, die über mir auftauchten und mich verabschiedeten. Vielleicht war es auch schon dieser Trip, von dem Leute berichteten, die gerade so noch einen Unfall überlebt haben. Ich sah mein Leben noch ein letztes Mal, obwohl ich schon zerfetzt und zerrissen irgendwo aufgesammelt werde, in der vergeblichen Hoffnung, aus den Bröckchen nochmal einen Menschen zu basteln.</p>
<p>Die Trance verließ mich, als das Licht vor dem Fenster langsam orange wurde. Ich stieg in meine ausgetretenen Stiefel, machte meinen Gürtel zu und griff die Jacke über dem Stuhl im Wohnzimmer. Der Kühlschrank gab noch ein einziges Bier her. Ich wollte irgendwas mit mir anfangen, aber mit einem Bier würde ich nicht weit kommen. Der Alte auf dem verrotteten Hof die Straße runter brannte heimlich in seiner Scheune Schnaps, das hatte ich mitbekommen, als ich ihn zufällig vor dem Supermarkt beobachtete, wie er kiloweise Zucker in seinen Geländewagen packte, in dem schon Kupferrohre und Bleche lagen. Der Knall vor einigen Tagen musste seine Destille gewesen sein, die hochgegangen war, während er sicher vollkommen breit irgendwo zwischen seinen Rindern schnarchte. Außerdem stank es manchmal gewaltig nach heißem Schnaps, wenn der Wind richtig stand. Das Problem war nur, dass er verrückt war. Völlig übergeschnappt. Der schlecht gebrannte Fusel musste ihm über die Jahre das letzte bisschen Hirn ausgewaschen haben. Ich hatte ihn schon nackt und voller Dreck mit einer Flinte auf seinem Hof herumschleichen sehen, als ich vorbeifuhr. Er war auf der Jagd nach irgendetwas, wahrscheinlich Katzen, oder Kaninchen oder sonst ein Tier, das er fressen konnte. Das war wahrscheinlich meine einzige Möglichkeit, dem Irren etwas von seinem Gift abzuschwatzen. Ich kramte ein paar meiner Vorräte zusammen und steckte sie in einen Beutel. Das Meiste war schon abgelaufen, aber das würde er hoffentlich erst merken, wenn ich schon außerhalb seiner Reichweite war. Ich zündete mir eine Zigarette an, warf den Beutel ins Auto und stieg ein.</p>
<p>Der Hof sah ein wenig nach dem Bauwagen von Peter Lustig aus, nachdem dieser seine Seele an den Teufel verkauft und SM-Koksparties veranstaltet hatte. Die Einfahrt war ein Dreckpfuhl, überall lagen Knochen herum und die Wände hatten Einschusslöcher an den Stellen, an denen der Schimmel sie nicht weggefressen hatte. Hier und da lagen verstreut einige von Maden aufgeblähte Tierkadaver. Es stank nach Verwesung und uraltem Erbrochenem. Ich blieb im Wagen, hupte zweimal und hoffte, er würde bekleidet auftauchen und mich nicht sofort erschießen. Nach ein paar Minuten von Sturzbächen von Angstschweiß kam er aus dem Wohnhaus, in ein verkrustetes Laken gewickelt. Kurz nach ihm rannte ein Hund mit eingekniffenem Schwanz in das Weizenfeld und ward nichtmehr gesehn.<br />
&#8222;Oh sie sinds! Was kann ich für sie tun?&#8220;<br />
Er schien einigermaßen klar im Kopf. Hatte sicher die Destille schon eine Weile nichtmehr angeworfen.<br />
&#8222;Ja, hey, ähh, ich wollte fragen, ob sie ein bisschen Schnaps haben. Meiner ist alle.&#8220;<br />
Er zögerte. Ich hob den Beutel vom Beifahrersitz auf und sagte:<br />
&#8222;Ich hab auch ein paar Sachen zu essen, die ich eintauschen würde.&#8220;<br />
Seine teigigen Augen wurden groß wie Tennisbälle und fingen an, speckig zu glänzen, als er den Beutel fixiert hatte.<br />
&#8222;Natürlich! Kommen sie mit, ich geb ihnen was!&#8220;<br />
Er freute sich wie ein Kind an Heilig Abend. Ich stieg langsam aus, während er wie in einem epilleptischen Anfall vor seiner Scheune winkte. Das Halbdunkel im Inneren gab seinen Inhalt nur langsam preis. Durchgerostete landwirtschaftliche Geräte zu wirren Bergen aufgetürmt, immer wieder unterbrochen von dünnen Heuhaufen. Die Destille stand am Ende des verschlungenen Pfades zwischen dem Schrott hindurch auf einer kleinen freien Fläche. Sie erhob sich wie ein Tempel der Ordnung in dem Chaos und neben ihr war ein niederes, erschreckend sauberes Regal mit neuen Holzfässern. Auf dem Boden davor waren Tonkrüge zu einer Reihe aufgestellt und der Alte griff sich den ersten, entkorkte ihn und hielt ihn unter den Hahn des untersten Fasses. Er schloss die Augen, als er andächtig dem Plätschern des Alkohols im Krug lauschte. Ich traute mich kaum, zu zwinkern, solange er in meiner Nähe war. Ich erwartete, dass er jeden momen durchdrehen und mich mit dem Tonkrug erschlagen würde. Er schloss den Hahn, setzte den Korken auf den Krug und bedeutete mir, ihm zu folgen. Die niedrig stehende Sonne blendete mich, als ich wieder unter freiem Himmel stand. Bei meinem Wagen drückte er mir den Krug in die Hand und begann, sich die Hände zu reiben. Ich warf ihm den Beutel zu und drückte das Gaspedal Richtung Bodenblech, während ich mit abnormer Geschwindigkeit rückwärts auf die Straße fuhr. Er rannte gebückt und mit beiden Armen den Beutel umfassend in das Wohnhaus zurück.</p>
<p>Ich hielt am Ufer eines Flusses. Die Sonne konnte man hinter dem Horizont nurnoch an einem kleinen gelben Balken erahnen. Ich suchte ein paar Holzscheite zusammen, schichtete sie auf und zündete sie mit Benzin aus dem Ersatzkanister an. Die Flammen stoben hoch in Richtung der erwachenden Sterne. Die Funken versuchten gegenseitig, sich auf dem Weg zum Firmament zu überholen und starben kalt und dunkel im Nachthimmel. Ich zog den Korken aus dem Hals des Kruges und roch am Inhalt. Der Duft traf mich im Gesicht, hart wie ein Aschenbecher in einer Kneipenprügelei. Ich war mir sicher, das Benzin aus dem Kanister wäre gesünder als das Teufelszeug. Irgendwo vor dem Beifahrersitz rutschte mir eine Packung Eistee entgegen. Ich kippte vorsichtig einen winzigen Schluck aus dem Krug in einen alten Kaffeebecher und füllte großzügig mit Eistee nach. Das Gesöff schmeckte wie eine Mischung aus Instantkaffee und Holzbeize, aber irgendwie würgte ich den ersten Becher herunter. Warme Wogen breiteten sich vom Magen durch meinen Körper aus und zementierten sich in meinen Gliedern. Ich trank den zweiten Becher herunter, versuchte, das Tape Deck des Radios zum Laufen zu bringen und hörte nach etwas Bastelei an den Kabeln Songs, die ich vor Urzeiten aufgenommen hatte, als ich noch einen Walkman besaß. Ich trank weiter die seltsame Brühe und erfreute mich an den Erinnerungen, die an der Musik hingen. Irgendwann fing ich an, vor mich hin zu tanzen und war weit weg von aller Welt und trank den Schnaps direkt aus dem Krug. Ich sprang durch den Schlamm, rannte das Ufer hinauf und hinunter und sah das spritzende Wasser im Schein des Feuers glitzern. Ich hatte mir die Sterne auf die Erde geholt.</p>
<p>Meine Füße hingen aus dem Auto, als ich aufwachte. Es war kalt, das Feuer war nurnoch ein schwelendes Aschehäuflein. Die Musik war aus. Ich wand meinen Arm irgendwie zwischen den Sitzen hervor und setzte mich auf. Schmerzen stachen in meinen Körper. Der wunderbare kristallgesprenkelte Sternenraum hatte sich in eine öde Schlammwüste verwandelt, nebelverhangen, grau und trist. Mein Hals war gefüllt mit Schleim, der Eistee leer und der Krug lag zur Hälfte im Wasser des Flusses. Meine Stiefel und meine Hose waren mit Schlamm glasiert. Ich fror schrecklich, deswegen wankte ich so schnell es ging zum Fluss, zog den Krug heraus und legte ihn ins Auto. Mit dem Rest eines Holzstücks kratzte ich so viel Dreck von mir wie ich konnte, bevor ich die Tür ins Schloss warf und den Motor anließ, um den Innenraum zu heizen. Die Kälte biss in meine Glieder, bevor ein warmer Luftstrom meine Nervenenden in den Himmel schickte. Meine Stirn lag auf dem Lenkrad, als ich meine Augen wieder öffnete. Zwischen den welken Blättern der zitternden Bäume schienen fahle Sonnenstrahlen hindurch, noch unfähig, den Planeten zu wärmen. Die Schlitze vor meinen Augen offenbarten den ranzigen Innenraum des Autos, die fleckige, verkrustete Windschutzscheibe und dahinter die tristen Farben eines Spätsommerwaldes. Der Motor jaulte, als ich ihm die Sporen gab.</p>
<p>Der Wagen hustete in der Mitte von Nirgendwo. Ich konnte keine Leistung mehr aus der Maschine würgen, so sehr ich sie auch trat, also fuhr ich auf den Seitenstreifen. Ich hatte keine Ahnung von Autos, trotzdem öffnete ich die Haube und hob meinen Kopf darüber wie in einem abgeklatschten James Dean Klassiker. Selbst ein vollkommener Idiot wie ich konnte erkennen, dass der Zylinder geplatzt war. Das reißzahnbewährte Loch klaffte mich an, während die Wut mich überfiel und ich meinen Stiefel in den Kühlergrill rammte, was eine tiefe Delle produzierte. Das verchromte Stück Metall würde mich Unsummen kosten, um es zu reparieren, aber der Gedanke an Zerstörung machte mich blind und taub dafür. Ich drosch auf den Wagen ein mit allem was ich fand. Ich schmiss Steine und zerschlug Äste auf der Maschine, ohne Aussicht auf Veränderung. Mir blieb nichts anderes, als meinen alten, ausgetretenen Stiefeln zu vertrauen, mich in die nächste Stadt zu bringen.</p>
<p>Die glühenden Lichtbündel peitschten meinen verkaterten Körper, der sich in der Mittagshitze den Weg durch schmelzenden Asphalt in Richtung einer fernen Stadt schob, die nur auf Wegweisern existierte. Die flimmernde Luft zeigte Bilder von ungesehenen Orten, der Boden zog immer stärker an meinen Sohlen. Krämpfe schüttelten meine geschundenen Beine und meine Kehle schrie nach Flüssigkeit. Ich starrte durch winzige Schlitze zwischen meinen Lidern in die Ferne, vergeblich auf der Suche nach Irgendwas. Nach zigtausenden Schritten fand ich mich im Halbschatten einer runzeligen Kiefer wieder, die sich neben der Straße krümmte. Das miese Gesöff hatte mir jegliche Form von Wasser entzogen, ich hatte das Gefühl, jeden Moment sterben zu müssen. Plötzlich baute sich vor mir eine verschwommene Erscheinung auf und versuchte, irgendwie mit mir zu kommunizieren. Ich war fasziniert von dieser Sache, bis ich realisierte, dass es ein Mensch war. Ein Männchen, vielleicht 1.65 groß, krummer Rücken, X-Beine, dreckfarbene Haut und Arme wie ein Affe, die bis zu den Knien hingen und wild herumschlackerten, wenn er sein Gelalle mit Gesten verstärkte. Es musste gute fünfzehn Minuten gedauert haben, die er unablässig auf mich einredete, bis der Geräuschebrei in meinem Kopf zu Worten wurde. Er schwatzte irgendwas von Zigaretten und Wasser und Stoff. Er wollte wohl, dass ich ihm meine angebrochene Schachtel Zigaretten, die ich seid einiger Zeit in der Hand hielt, gab und er würde mir irgendwas von seinem Gerümpel abgeben. Was bei dem alten Sack gutging, würde sicher nochmal funktionieren, also ging ich den Handel ein. Er drückte mir eine Flasche pisswarmes Wasser in die Hand, das es sogar fertigbrachte, meine überhitzte Haut aufzuwärmen, als ich es hielt. Kurz bevor er wieder in seinen staubigen Jeep sprang, warf er mir noch ein Tütchen in den Schoß. Darin befanden sich eine Handvoll Pillen in Smartiesfarben. Ich konnte damit nicht so recht etwas anfangen, aber behielt sie bei mir, für Notfälle.</p>
<p>Das Ortsschild schlich in der Dämmerung leise an mir vorbei. Ich war die ganze Nacht durch gelaufen und hatte es endlich geschafft, irgendwo anzukommen. Das Nest, in dem ich gestrandet war, schien nicht sehr klein zu sein, da es sowas wie Vororte besaß. Ich konnte diese bürgerliche Scheinheiligkeit nie leiden, deswegen sah ich zu, dass ich in die Innenstadt kam. Der Ort hatte eine Art Hauptstraße, an der einige Geschäfte, Cafes und Bars lagen. Es war schon recht hell und manche Cafes schon offen, und ich setzte mich in eines davon und streckte meine müden Beine aus. Als die Kellnerin an meinen Tisch kam, wurde die Erinnerung an eine weitere frostige Nacht weggeweht und der Tag wurde um einiges besser. Mir gefielen ihre Bewegungen, das lange dunkle Haar und ihr Lächeln brachte mich zum Grinsen. Ich bestellte etwas zu essen und Kaffee und tagträumte vor mich hin. Ich betrachtete sie wie eine Renaisancestatue, als sie das Tablett vor mir abstellte, überwältigt von ihrer Anmut und ihrer wunderbaren Alabasterhaut. Dann überraschte sie mich, als sie mir sagte, sie würde gleich nocheinmal kommen, es wäre eh kein anderer Gast da und sie würde mir Gesellschaft leisten, wenn mich das nicht stören würde. Als sie wegging, um sich selbst eine Tasse Kaffee zu holen, fiel mein Kinn herunter. Ich fiel wieder in meine Gedankenwelt und beobachtete die feinen Dampfschwaden des Kaffees. Meine Tagträume kreisten um das kleine Cafe in weiten Bahnen herum. Ich träumte von Wegen, die mich über ein weites Land führten, zwischen Wäldern und Seen, unendlich in ihren Farben. Die lange Reise brachte mich an ein Ufer, das Wasser lag klar und glatt vor mir, wie eine Platte aus tiefblauem Glas. Nie zuvor kam ich mir kleiner und unbedeutender vor und doch willkommen an dem Ort, wo ich war. An meiner Seite stand sie, ich zeigte auf eine Insel. Wir stiegen in ein Boot, ich hielt ihre Hand, als wir die Insel betraten. Das Glitzern des Sees schien auf ihrem Gesicht wider, als ich sie ansah. Ich wollte ihre Haut berühren, fühlen, dass sich meine Vorstellung bewahrheitete, dass ihr Gesicht weich und zart war unter meinen Fingern, die darüber hinwegglitten. So vieles wollte ich sagen, wollte einfach dasitzen und reden und leben und alles andere vergessen. Wollte ihr sagen, warum wir hier waren inmitten von flüssigem Kristall und wogenden Smaragden. Nichts konnte uns hier trennen, niemand würde das Idyll zerstören, das wir gefunden hatten. Die Einsamkeit hatte sich in eine Welt verwandelt, die ich nie wieder verlassen wollte. Die ewige Suche, die mich quälte, war hier zuende. Ich hatte gefunden, was mich all die Jahre trieb. Ich blickte in ihre Augen, blau wie der Himmel über uns, und alles in meinem Kopf verstummte, als ihre Augen meine Gedanken verschlangen. Wo sich die Worte überschlagen hatten, gähnte nurnoch eine unfüllbare Leere. Geborgenheit wich der Angst, alles wieder zu zerstören, die Bäume durch das Schweigen zu verbrennen und den See zu verzehren.</p>
<p>Ich traf sie abends in einer Bar wieder. Wir hatten uns verabredet, nachdem sie durch eine Bande randalierender Koffeinjunkieanzugmenschen von mir gerissen wurde, bevor ich viel sagen konnte. Ohne ihre Uniform sah sie noch um einiges besser aus, als am Morgen. Oder ich hatte mir schon zu viel Mut angetrunken. An einem Tisch in einer Nische gegenüber des Tresens bestellten wir Drinks und sie begann ein Gespräch:<br />
&#8222;Du scheinst nicht lange in der Stadt zu sein. Ich hab dich noch nie vorher gesehen.&#8220;<br />
&#8222;Nein, bin gerade erst hergezogen. Ich wohne noch in einem Hotel, bis ich was gefunden hab.&#8220;<br />
Tatsächlich trieb ich mich den ganzen Tag über in den Bars der Hauptstraße herum, versunken in Gedanken, die sich hauptsächlich mit ihr befassten.<br />
&#8222;Und was verschlägt dich hierher?&#8220;<br />
&#8222;Ich wollte die Frau meines Lebens treffen.&#8220;<br />
Sie lächelte und blickte etwas verlegen in ihren Campari Soda.<br />
&#8222;Nein, ernsthaft, was machst du hier?&#8220;<br />
&#8222;Ich suche nen Job. Da wo ich herkomme, geht gerade alles vor die Hunde.&#8220;<br />
Irgendwie kam ich mir mies vor, sie anzulügen, aber sie würde mich sofort als Freak abstempeln und auf nimmer Wiedersehen verschwinden, wenn ich ihr erzählen würde, dass ich total verkatert mein Auto mitten im Niemandsland abgestellt und bei einem Latino Zigaretten gegen heißes Wasser und Drogen eingetauscht hatte.<br />
Die leeren Gläser türmten sich auf dem kleinen Tisch und dahinter lachten und tranken wir. Irgendwann fixierte sie plötzlich meine Augen, grinste kurz und küsste mich.</p>
<p>Ich fühlte mich genauso tot, wie am Tag davor, aber es war warm. Ich lag in einem Bett in einem Raum, der nicht widerlich stank, oder komplett verdreckt und schoneinmal ausgebrannt war. Alles war sauber und freundlich. Ich konnte durch das Fenster Vögel zwitschern hören. Die Sonne fiel warm durch die Vorhänge und neben mir lag ein Mädchen, das ich mir vorher nichteinmal zusammenwünschen konnte. Dieses Bett war wahrscheinlich das beste, in dem ich seit einer langen Zeit geschlafen hatte, deswegen beschloss ich, noch ein Weilchen zu bleiben.</p>
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		<title>Der übliche Tag eines Sedners</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Nov 2007 21:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johnnyrocketfingers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Telefonat gestaltete sich etwas umständlich, da ich mittlerweile einiges intus hatte und nicht mehr wirklich in der Lage war, einem einseitigen Gespräch zu folgen. Sie laberte Sachen wie &#8222;War ein schöner Abend&#8220; und &#8222;Ich würd dich gern wieder mal sehen&#8220;. Ich wollte ficken. Aber das schlaue Kerlchen irgendwo in dem Dreckhaufen, den ich darstellte, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=johnnyrocketfingers.wordpress.com&amp;blog=2110139&amp;post=4&amp;subd=johnnyrocketfingers&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Telefonat gestaltete sich etwas umständlich, da ich mittlerweile einiges intus hatte und nicht mehr wirklich in der Lage war, einem einseitigen Gespräch zu folgen. Sie laberte Sachen wie &#8222;War ein schöner Abend&#8220; und &#8222;Ich würd dich gern wieder mal sehen&#8220;. Ich wollte ficken. Aber das schlaue Kerlchen irgendwo in dem Dreckhaufen, den ich darstellte, gab das ihr gegenüber nicht zu. Ich fühlte mich in diesem Moment unendlich überlegen, aber dann brach sie mir das egomane Genick.<br />
&#8222;Hey, wie wärs, wenn wir was Kulturelles unternehmen?&#8220;<br />
Meine Vorstellung von Kultur ging eher in die Richtung Konzert von irgendeiner Band, danach Bar Schrägstrich After-Show-Party, aber sie dachte an Sachen wie Ausstellung, Theater oder sowas. Ich lies mich breitschlagen, solchen Mist über mich ergehen zu lassen. Bis zu meinem Date waren es noch einige Stunden, und da ich höchstens eine halbe Stunde in Körperpflege und Outfit investieren würde, brauchte ich einen Plan, um die Zeit totzuschlagen. Ausnüchtern war mir zu blöd, Hunger hatte ich auch keinen und Kette rauchen konnte ich mir nicht wirklich leisten. Mein Rest gesunder Menschenverstand sagte mir, dass ein Aufenthalt in einer Bar der größte Fehler wäre, den ich gerade begehen konnte.<br />
Ich ging in eine Bar.<br />
Die Leute vor Ort schienen ein Durchschnittsalter von etwa 45 auf zuweisen. Ich kam mir fehl am Platz vor, egal. Ich bestellte Bier und Whiskey. Nach der dritten Runde schwallte mich ein Mensch, gekleidet wie ein irischer Dorfsäufer des 19. Jahrhunderts und genauso lallend, von der Seite voll:<br />
&#8222;In deinem Alter hab ich mal in nem Salzbergwerk gearbeitet.&#8220;<br />
Spontan wollte ich mein linkes Bein abreissen und ihm damit den Schädel einschlagen.<br />
&#8222;Weißt du, damals hatten wir alle noch Arbeit. Es gab mehr Arbeitsplätze als Menschen im Land. Ich hab drei verschiedene Sachen am Tag gemacht, aber heute, da gibts keine Arbeit mehr für Leute wie mich. Ich kann nurnoch hier sitzen und trinken. Zum Glück bist du ja hier und ich hab nette Gesellschaft.&#8220;<br />
Er unterbrach sein seniles Gestammel wahrscheinlich, weil er merkte, dass ich nichtmehr da war. Ich hatte mich aufs Klo geflüchtet und mich in einer Kabine eingesperrt. Ich hatte Panikanfälle, der alte Wichser würde gleich hier reinpoltern, die Tür von meiner Klozelle abreißen, wie der leichenfarbene Hulk persönlich und mich dann vergewaltigen, bis ich nurnoch eine breiige Masse aus Fleischmus und seinem Saft bin. Die Vorstellung, mein Leben in einem anderthalb Quadratmeter großen Raum, der mit billigsten Grafittis beschmiert, verpisst und verschissen war, auszuhauchen, war so real in meinem Kopf, dass ich irgendwie einen Ausweg suchte. Es gab nur eine Tür, und hinter der lauerte das arschfickende Monster. Fenster waren keine da, aber eine Lüftung, und ja, ich war besoffen genug, durch die verdammte Lüftung abhauen zu wollen. Ich stellte mich auf den Topf, fummelte irgendwie das Gitter vom Schacht runter und stieg rein. Es war eng, aber ich passte rein. Von rechts kam mir der Mief von altem Bratfett entgegen, das musste der Abzug der Küche sein. Es wurde heller, aber ein Ventilator versperrte mit den Weg. Ich zwängte mein Shirt von mir herunter, wickelte es um meine Hand und schlug auf den Ventilator ein. Er gab schnell nach und ich war frei. Ich fiel zwar etwas unsanft auf den Asphaltboden, aber ich konnte entkommen. Jetzt war ich auf der Flucht, ich war ein Zechpreller, was mir am Arsch vorbei ging, und noch viel schlimmer ein gesuchtes Vegewaltiger-Opfer. Ich musste mich irgendwo verstecken.</p>
<p>Ich drosch auf die Klingel ein wie ein Wahnsinniger, bis endlich das krümelige Geräusch des Türsummers ertönte. Die Stufen nach oben nahm ich im Doppelpack und sobald ich die Wohnung erreicht hatte, schmiss ich die Tür ins Schloß und schob jeden Riegel vor, der angebracht war. Zu meiner eigenen Sicherheit platzierte ich noch eine Kommode so vor der Tür, dass ich nur hoffen konnte, die Vorratskammer würde genug Fressalien enthalten, um eine halbjährige Belagerung zu überstehen. Während meines Anfalls von Sicherheitswahn wurde ich die ganze Zeit über leicht kritisch von Andrea beäugt.<br />
&#8222;Was zum Teufel tust du da?&#8220;</p>
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		<title>Von drauß&#8217; vom Walde komm&#8217; ich her</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Nov 2007 22:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>johnnyrocketfingers</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich sah nach oben. Im Widerschein der Lampe vereinigten sich blaue und weiße Dunstschwaden. Die Sonne schien vor den Fenstern. Mich packte die Sehnsucht nach der Ferne. Ich zog mich an und nahm den nächsten Zug. Der erste Atemzug der kalten Luft brannte in meinen Lungen. Das schätzte ich am Winter. Die Kälte und den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=johnnyrocketfingers.wordpress.com&amp;blog=2110139&amp;post=3&amp;subd=johnnyrocketfingers&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sah nach oben. Im Widerschein der Lampe vereinigten sich blaue und weiße Dunstschwaden. Die Sonne schien vor den Fenstern. Mich packte die Sehnsucht nach der Ferne. Ich zog mich an und nahm den nächsten Zug.<br />
Der erste Atemzug der kalten Luft brannte in meinen Lungen. Das schätzte ich am Winter. Die Kälte und den Schnee, die Welt in eine Momentaufnahme gefasst.<br />
Der Bahnhof war fast menschenleer. Nur ein paar einsame Fahrgäste froren an den Gleisen. Ich konnte die Umrisse der Berge hinter einem Nebelsaum erkennen. Meine Ziellosigkeit schien mich weit gebracht zu haben.<br />
Ich war wie immer gereist, mit mir. Die Stadt sah aus wie jede andere.Weinende Häuser, Seelenlosigkeit, Blech. Straße um Straße lebensfrei. Die sich wiederholenden Klischees zwangen mich, ins Leere zu laufen. Ich lief und lief, ich wollte laufen, bis ich die Hölle erreicht haben werde und dem Teufel die Hand schüttle.<br />
Ich fand mich vor der Stadt wieder. Meine Füße schmerzten. Ich hungerte. Mir war kalt. Ich war zu arm, um irgendwas davon zu verändern. Um mich aufzuwärmen, suchte ich mir in einem nahen Wald einige Äste und Laub zusammen. Ich kam an einer uralten Hütte vorbei. Nichtmal ein Weg führte zu ihr, deswegen brach ich sie auf. Als sich meine Augen an das Halbdunkel gewöhnt hatten, fand ich darin nichts, außer einem vermoderten Tisch und einem zerfallenen Stuhl. Das Holz war schwarz innen wie außen. Ich entzündete ein Laubbündel mit einem winzigen Gasfeuerzeug und schob es unter die Äste vor der Hütte. Wärme.</p>
<p>Die alte Frau gab mir eine Dose Frühstücksfleisch, ein adrett gekleideter Mann ein Brötchen. Der Mülleimer den Rest. Salamischeiben, Essiggurken und Eintopfkonserven. Ich trug meine Beute zurück in meine Festung im Wald. Das Brötchen und die Salami verschlang ich gleich, die anderen Sachen stellte ich auf meinen Tisch. ich konnte nicht sagen, was mich hier festhielt. Irgendwie störte mich weder der Schimmelgeruch, noch die fehlende Heizung. Ich fühlte mich wohl in der Barracke. Ich hatte mir im Wald ein altes Blechfass gesucht, das ich jetzt als Ofen verwendete. Ich musste allerdings noch einige Sachen finden, wollte ich hier einigermaßen über die Runden kommen. Die Stadt war jetzt mein Wirt und ich ihr Parasit. Ich lebte von Ihren kalten Adern, die mir keine Liebe einbrachten, aber mich am Leben hielten. Der Sperrmüll förderte eine Pfanne und ein Messer zu Tage, hinter einem Glascontainer fand ich einen Rucksack. Die Sonne war aufgegangen, als ich wieder bei der Hütte war. Im Innern war es nun warm genug, um mich schlafen zu legen.<br />
Das Frühstück war reichhaltig, gebratenes Dosenfleisch mit Essiggurken aus dem Glas. Gier nach mehr brannte in meiner Brust. Ich wollte ein Festbankett abhalten.</p>
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